RISIKOFAKTOR: ALKOHOL IM STRAßENVERKEHR

Der UNFALLHELDEN-Ratgeber zeigt verkehrsrelevante Facetten des beliebten Rauschmittels.

Wer kennt es nicht? Sich des Feierabends ob des gelungenen Arbeitstages mit einem guten Glas Rotwein am örtlichen Gewässer, oder einem guten Bier im nächstgelegenen Biergarten belohnen. Dagegen ist natürlich überhaupt nichts einzuwenden. Bleibt es jedoch nicht bei einem Glas und steigt der Betroffene zwar völlig entspannt, vielleicht aber auch schon sichtlich beschwipst, in den fahrbaren Untersatz, kann dies zutiefst problematisch sein.

  • Wie wirkt sich Alkohol auf verkehrsrelevante Wahrnehmungs- und Reaktionsvorgänge aus?

  • Zeichnen sich alkoholisierte Autofahrer tatsächlich durch häufigeres Fehlverhalten aus?

  • Führt der Einfluss von Alkohol zu vermehrten und schwereren Personenschäden?

Risikofaktor Alkohol im Straßenverkehr: der UNFALLHELDEN-Ratgeber klärt auf!

Auswirkungen auf Reaktions- und Wahrnehmungsprozesse

Allgemein ist festzuhalten, dass sich spezifische Auswirkungen unterschiedlicher Dosen des Rauschmittels „Alkohol“ von Person zu Person unterscheiden. Alkohol im Straßenverkehr

So werden geübte Trinker bei geringerem Alkoholpegel weniger häufig bestimmte Auffälligkeiten und oder Ausfallerscheinungen zeigen, als ungeübte Trinker. Aber auch unter in der Trinkgewohnheit vergleichbaren Personen unterscheiden sich die spezifischen Auswirkungen mitunter deutlich. Maßgeblich beeinflusst wird dies nämlich neben der Trinkgewohnheit durch Körpergröße, Gewicht und Geschlecht der Konsumenten.

Dennoch lassen sich typische Auswirkungen auf verkehrsrelevante Wahrnehmungs- und Reaktionsprozesse anhand des Alkoholpegels abtragen:

  • ab 0,3 Promille

    Sehleistung, Konzentration, Urteils- und Reaktionsvermögen lassen nach. Die Risikobereitschaft beginnt zu steigen.

  • ab 0,5 Promille

    Die Sehleistung wird um bis zu 15% gemindert, das Hörvermögen nimmt ab. Das Abschätzen von Geschwindigkeiten fällt zunehmend schwer.

  • ab 0,8 Promille

    Es treten erhebliche Konzentrationsschwächen auf. Es kommt zum Tunnelblick. Die Reaktionszeit ist um 50% verlängert. Der Konsument wird zunehmend leichtsinnig und neigt zur Selbstüberschätzung.

  • 1,0 — 2,0 Promille

    Sprech-, Seh- und Konzentrationsvermögen verschlechtern sich zusehends. Der Konsument ist zunehmend enthemmt, das Reaktionsvermögen deutlich gestört. Beginnende Orientierungslosigkeit und Gleichgewichtsprobleme.

  • 2,0 — 3,0 Promille

    Betäubungszustand. Starke Konzentrations-, Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen. Verwirrtheit, Muskelerschlaffung und starker Brechreiz.

  • ab 3,0 Promille

    Auskühlen des Körpers. Reflexlosigkeit, schwache Atmung, möglicher Atemstillstand, Koma, oder sogar Todfolge!

    Quelle: kenn-dein-limit.info

Excellenter Service, sehr empfehlenswert. Das beste was mir passieren konnte nach einem Autounfall…

Karolin S.
Karolin S.UNFALLHELDEN-Kundin

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Soheyl K.
Soheyl K.UNFALLHELDEN-Kunde

Häufigkeit und Intensität alkoholbedingter Verkehrsunfälle

Naturgemäß lassen sich Verkehrsunfälle in der überwiegenden Zahl nicht einzelne Ursachen reduzieren. Verkehrsunfälle speisen sich dennoch aus einer Vielzahl typischer Fehlerquellen: überhöhte Geschwindigkeit, Nicht-Einhalten des Sicherheitsabstandes, Fehlverhalten beim Überhol- und Abbiegevorgang… oder eben Alkoholeinfluss.

Doch wie häufig treten alkoholbedingte Verkehrsunfälle — bei denen die Ursache der Verunfallung hauptsächlich in der Trunkenheit des Verkehrsteilnehmers erblickt werden kann — tatsächlich auf?

Ist ein Unterschied hinsichtlich Intensität, insbesondere mit Blick auf mögliche Todesfolgen, bemerkbar?

Häufigkeit

Einen Überblick über die Häufigkeit des typischen — in Verkehrsunfällen resultierendem — Fehlverhalten bietet das Statistische Bundesamt:

  • Ursachen
  • Insgesamt
  • Alkoholeinfluss
  • Falsche Straßenbenutzung
  • Falsche Geschwindigkeit
  • Ungenügender Abstand
  • Fehler beim Überholen

  • Nichtbeachten der Vorfahrt
  • Andere Fahrmanöver
  • Fehler ggü. Fußgängern
  • 2014
  • 361 935
  • 13 011
  • 24 997
  • 45 888
  • 49 522
  • 13 084

  • 53 947
  • 58 178
  • 15 979
  • 2015
  • 366 448
  • 12 660
  • 24 763
  • 47 024
  • 50 667
  • 13 445
  • 53 361
  • 57 975
  • 16 629

Diese Zahlen zeigen, dass Alkoholeinfluss einen gewichtigen Anteil der Fehlerquellen darstellt; wenngleich hauptursächlich Fehleinschätzungen oder Fehlverhalten in Zusammenhang mit bestimmten Fahrmanövern sind.

Intensität

Fraglich ist, ob alkoholbedingt leichtere, gleichgewichtige, oder schwerere Unfälle verursacht werden. Messen lässt sich dies anhand möglicher Todesfälle, schwerer und leichter Verletzungen.

Alkoholeinfluss  war laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat im Jahr 2015 war in 4,1 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden Haupt-Unfallursache.

Von allen tödlich verletzten Verkehrsteilnehmern starben infolge eines alkoholbedingten Verkehrsunfalles 7,4 Prozent. In jedem vierzehnten Fall ist die Ursache der Tötung also alkoholbedingt. Dies lässt auf eine besonders hohe Intensität der so verursachten Unfälle schließen: kamen bei anderweitig verursachten Unfällen auf 1000 Geschädigte 11 Getötete und 222 Schwerverletzte, waren es bei Alkoholunfällen 19 Getötete und 347 Schwerverletzte.

Fazit

Alkohol ist also gewichtige Fehlerquelle von Verkehrsunfällen. Zwar mögen andere mit größerer Wahrscheinlichkeit Ursache eines auftretenden Unfalles sein — alkoholbedingte Verunfallungen zeichnen sich jedenfalls durch besondere Intensität aus. Intensität bedeutet: schwere Verletzung von Verkehrsteilnehmern bis hin zur Todesfolge!

Für den Alltag heißt dies: das Auto im Zweifel stehen lassen. Zu groß ist das Risiko, untragbar die potentielle Verletzung anderer Verkehrsteilnehmer! Denn wie gezeigt, beeinträchtigen bereits kleinere Mengen Alkohol Wahrnehmung und Reaktion des Fahrzeugführers. Im entscheidenden Moment kann die alkoholbedingt gehemmte Wahrnehmung Menschenleben kosten!

Alkohol ist und bleibt trotz tendenziell rückläufiger Verunfallungszahlen bedeutender Risikofaktor im Straßenverkehr.

Allzeit sichere Fahrt wünschen die UNFALLHELDEN.