MPU im Straßenverkehr — Idiotentest?

Vorurteile, Gegenstand und mögliche Konsequenzen der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung. Der UNFALLHELDEN-Ratgeber klärt auf.

Eine Vielzahl an Gerüchten rankt sich um die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU). Im Volksmund wird sie leicht abfällig als „Idiotentest“ bezeichnet.

  • Doch weshalb gibt es diese Untersuchung überhaupt?

  • Was soll sie leisten und wie läuft das Testverfahren ab?

  • Was sind mögliche Konsequenzen?

Der UNFALLHELDEN-Ratgeber klärt auf!

Der Begriff „MPU“

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) dient zur Überprüfung der Fahreignung der Antragsteller. Der Begriff der Fahreignung umfasst neben der physischen auch die psychische Befähigung zum Führen von Fahrzeugen im öffentlichen Verkehr.

Auf Grundlage der MPU soll differenziert über Entziehung oder Neuerteilung von Fahrerlaubnissen entschieden werden können. Sinn und Zweck dieser Überprüfungsmaßnahme ist die Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Excellenter Service, sehr empfehlenswert. Das beste was mir passieren konnte nach einem Autounfall…

Karolin S.
Karolin S.UNFALLHELDEN-Kundin

Einfach genial! Der beste Service im Bereich Unfallabwicklung …einfach Hammer, besser gehts nicht 🙂 Top

Soheyl K.
Soheyl K.UNFALLHELDEN-Kunde

Untersuchungsanordnung

Veranlasst werden diese Untersuchungen in den Fällen, in denen seitens der Verkehrsbehörden Zweifel an der Fahreignung des Führerscheininhabers bestehen.

Hauptsächliche Untersuchungsanlässe bestehen in Auffälligkeiten, die auf Alkohol- und Drogenkonsum zurückzuführen sind. MPUBewegt sich der Verkehrsteilnehmer beispielsweise trotz absoluter Verkehrsuntauglichkeit (ab 1,6 Promille) im Straßenverkehr, zieht dies — völlig unabhängig vom Fortbewegungsmittel — eine MPU nach sich.

Aber auch andere Verkehrs- und Strafrechtliche Verstöße können die Überprüfung der Fahreignung veranlassen: so zum Beispiel bei Überschreiten der 7-Punkte-Grenze.

Nicht nur im Verstoßfall kann die Notwendigkeit einer Fahreignungsprüfung gegeben sein. Auch bei der vorzeitigen Erteilung der Fahrerlaubnis an Jugendliche ab 16 Jahren oder an Personen mit körperlicher/psychischer Erkrankung wird die Fahrtauglichkeit im Rahmen einer MPU getestet.

Testprozess

Die MPU besteht aus mehreren, aufeinander aufbauenden Untersuchungsteilen. Neben verkehrsmedizinischen und verkehrspsychologischen Untersuchungen werden zudem Untersuchungen zur psychofunktionalen Leistungsfähigkeit durchgeführt.

Da die drei Prüfungsteile jeweils einen anderen Untersuchungsschwerpunkt besitzen, soll so eine möglichst differenzierte Bewertung der Fahreignung ermöglicht werden.

Verkehrsmedizinisch

Im Vordergrund des verkehrsmedizinischen Untersuchungsabschnittes steht die Überprüfung verkehrsrelevanter krankhafter Beeinträchtigungen.

Auch Abhängigkeiten von Alkohol-, Drogen und anderer Substanzen werden untersucht; das Konsumverhalten jedenfalls reflektiert. Hierzu werden nicht selten Proben von Körperflüssigkeiten entnommen.

Verkehrspsychologisch

Im Mittelpunkt der verkehrspsychologischen Untersuchung steht die Reflexion vergangener Verfehlungen. mpu

Üblicherweise wird dieser Untersuchungsabschnitt in Form eines psychologischen Gesprächs durchgeführt.

Insbesondere soll untersucht werden, ob in Zukunft vernünftigerweise von einem angepassten Verhalten des Antragstellers auszugehen ist.

Psychofunktional

Der psychofunktionale Teilabschnitt der MPU zielt auf die Erfassung der Leistungsfähigkeit. Anhand standardisierter Testverfahren werden Konzentration, Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit elektronisch gemessen.

Testergebnis

Am Ende des drei- bis vierstündigen Untersuchungsvorganges folgt die gutachterliche Auswertung des erhobenen Datenmaterials.

Im Regelfall besteht innerhalb von vierzehn Tagen Klarheit darüber, ob der Antragsteller die Bedenken der Führerscheinbehörde ausräumen konnte.

Statistische Erhebungen zeigen, dass im Jahr 2006 in knapp 63% der Fälle die Bedenken ausgeräumt werden konnten und die Fahrerlaubnis (wieder) erteilt wurde. Trenddaten zeigen zudem, dass der Anteil der (Wieder-)Erteilungen verglichen mit Vorjahrzehnten tendenziell zunimmt.

Fazit

Auch wenn die medizinisch-psychologische Untersuchung gemeinhin als „Idiotentest“ gilt: sie ist integraler Bestandteil der Deutschen Verkehrspolitik zur Vermeidung von Verunfallung.

Durch mehrere Untersuchungsabschnitte unterschiedlichen Erhebungsansatzes stellt sie ein geeignetes und unverzichtbares Mittel zur möglichst objektiven Einschätzung der Fahreignung von Führerscheinbesitzern dar.

Allzeit Gute Fahrt wünschen die UNFALLHELDEN!