V-POWER, ULTIMATE UND CO. — WAS TAUGT RENNBENZIN?

Lohnt der Griff zum teureren Kraftstoff? Der UNFALLHELDEN-Ratgeber klärt auf!

Jeder Autofahrer kennt es, manche lieben es. Egal wie groß der Tank des geliebten fahrenden Untersatzes auch ist: irgendwann ist die Fahrt zum örtlichen Kraftstoffspender — der Tankstelle — unumgänglich. Verschiedenste Tankstellenbetreiber bieten zur Betankung des Automobils eine Vielzahl an Kraftstoffen an. Ganz gleich, ob Autogas, Diesel-, oder Bezinkraftstoffe.

Doch auch innerhalb der einzelnen Kraftstoffklassen sind zumeist mehrere verschiedene Variationen zu finden. So bieten größere Tankstellen zumeist einen Dieselkraftstoff und mehrere Benzinkraftstoffe (95 Oktan und oder E10, sowie SuperPlus) an.

Auffällig beworben findet man außerdem häufig sogenannte „Rennkraftstoffe“ vor.

Bilder von Sport- und Rennwagen zieren die Zapfsäule. Geworben wird mit positiven Eigenschaften des häufig signifikant teureren Kraftstoffes. Dieser soll die Leistung des Fahrzeuges um bis zu zehn Prozent steigern, den Motor pflegen und den Verbrauch des KFZ senken.

Lohnt sich der Griff zum teueren „Rennbenzin“? Der UNFALLHELDEN-Ratgeber klärt auf!

Excellenter Service, sehr empfehlenswert. Das beste was mir passieren konnte nach einem Autounfall…

Karolin S.
Karolin S.UNFALLHELDEN-Kundin

Einfach genial! Der beste Service im Bereich Unfallabwicklung …einfach Hammer, besser gehts nicht 🙂 Top

Soheyl K.
Soheyl K.UNFALLHELDEN-Kunde

„Rennbenzin“ — was ist das?

Wie eingangs erwähnt, sind auf dem Markt verschiedene Arten von Kraftstoffen erhältlich. Diese unterscheiden sich unter anderem in ihrer Klopffestigkeit. Die Klopffestigkeit bezeichnet dabei das Vermeiden unkontrollierter Fehlzündungen des Luft-Treibstoff-Gemischs („Klopfen“).

Bei Benzinkraftstoffen wird diese Klopffestigkeit in Oktan ausgedrückt.

Auf dem Markt sind folgende Benzinkraftstoffe erhältlich:

  • SUPER (95 Oktan)

  • SUPER PLUS (98 Oktan)

  • „Rennbenzine“* (100 Oktan)

    *diese Kraftstoffsorte hat noch keine Normierung erfahren

Folgen höherer Klopffestigkeit

Ob größerer Klopffestigkeit (100 Oktan) sollten sogenannte „Rennbenzine“ — so wie Rennbenzinentsprechende Produkte in der Klasse der Dieseltreibstoffe — die Anzahl an Fehlzündungen minimieren.

Eine Leistungs- und Effizienzsteigerung, wenn auch in geringfügigem Ausmaß, scheint durch die Vermeidung von Fehlzündungen somit plausibel.

Problematisch ist jedoch, dass die Motoren der allermeisten KFZ lediglich auf die Betankung mit Treibstoffen mit einer Oktanzahl von 95 ausgelegt sind. Eine erhöhte Klopffestigkeit anderer Treibstoffe können sie überhaupt nicht umsetzen.

Lediglich für Besitzer hochpreisiger Sportwagen, deren Motoren mit durchaus klopffesteren Treibstoffen umzugehen wissen, kann eine entsprechende Betankung also zur (minimalen) Steigerung der Fahrzeugleistung führen.

Für die allermeisten Autofahrer besteht in einer Betankung mit klopffesteren Treibstoffen — zumindest in Bezug auf die Motorleistung — kein Vorteil.

Was sagen Vergleichsstudien?

Vergleichsstudien haben verbrennungsoptimierte Treibstoffe — Benzin- wie Dieseltreibstoffe — in puncto Leistung, Drehmoment und Fahreigenschaften untersucht.

Unabhängig von Treibstoffklasse (Benzin oder Diesel) sind diese zu einem einigermaßen ernüchternden Ergebnis gekommen.

Weder in Bezug auf Leistung, noch bezüglich Drehmoment oder Fahreigenschaften sind signifikante Vorteile verbrennungsoptimierter Treibstoffe zu erkennen.

Wo positive Folgen messbar waren, bewegten sich Steigerungen in einem Bereich von ein bis zwei Prozent des Ausgangswertes.

Es obliegt jedem Autofahrer selbst, zu entscheiden, ob derart minimale Steigerungen den Griff zum wesentlich teureren Treibstoff rechtfertigen.

Nach der hier vertretenen Auffassung stehen durch den Einsatz verbrennungsoptimierter Treibstoffe erzielte Effekte und finanzieller Mehraufwand in keinem Verhältnis.

Fazit

Die Betankung durchschnittlicher Fahrzeuge mit verbrennungsoptimierten Kraftstoffen — „Rennbenzinen“ — führt zu keinerlei Leistungssteigerung. Anders als von teils aufwendigen Werbemaßnahmen suggeriert, können diese nämlich gar nicht genutzt werden.

Fahrer von Sportwagen, deren Motoren jene Kraftstoffe zu nutzen in der Lage sind, können minimale Steigerungen der Motorleistung verzeichnen.

Zu entscheiden, Ob diese im Verhältnis zu den deutlich höheren Preisen der verbrennungsoptimierten Kraftstoffen stehen, ist letztlich jedem selbst überlassen.

Allzeit Gute Fahrt, ob mit oder ohne „Rennbenzin“ im Tank, wünschen die UNFALLHELDEN!